Mit dem Ende dieses Schuljahres endet zugleich auch eine besondere Ära am Gymnasium Markneukirchen. Natürlich verlassen jedes Jahr Abiturientinnen und Abiturienten unsere Schule. Natürlich endet irgendwann auch jede Amtszeit einer Schülersprecherin oder eines Schülersprechers. Doch dieses Mal ist es anders.
Mit Fine Schuster verabschiedet sich eine Persönlichkeit, die das Amt der Schülersprecherin über viele Jahre hinweg nicht einfach ausgefüllt, sondern geprägt hat.


Als Fine zu Beginn der 9. Klasse vor die Versammlung der Schülervertreter trat und sich als bis dahin jüngste Kandidatin der Schulgeschichte für das Amt der Schülersprecherin bewarb, begegneten viele ihrer Bewerbung zunächst mit überraschten Blicken. Doch nur wenige Minuten später schenkten ihr die Schülerinnen und Schüler ihr Vertrauen – eine Entscheidung, die sich rückblickend als goldrichtig erwiesen hat.
Von diesem Tag an setzte sich Fine mit beeindruckender Konsequenz, großer Leidenschaft und einer klaren Haltung für die Interessen der gesamten Schülerschaft ein. Sie war laut, wenn andere lieber schwiegen. Sie schaute hin, wenn andere wegschauten. Sie sprach Probleme offen an, auch wenn der einfachere Weg das Schweigen gewesen wäre. Immer blieb sie dabei respektvoll, sachlich und lösungsorientiert.
Sie gab der Schülervertretung ein Gesicht und machte Mitbestimmung an unserer Schule sichtbar und erlebbar. Besonders ihr unermüdlicher Einsatz für Demokratie, Beteiligung und ein gutes Miteinander verdient höchste Anerkennung.
Viele Ideen, die heute selbstverständlich erscheinen, tragen ihre Handschrift. Die Sonnenschirme auf unserem Schulhof gehen ebenso auf ihre Initiative zurück wie das Patenschaftsprojekt für unsere neuen Fünftklässler. Dieses Projekt hat Fine nicht nur entwickelt, sondern mit außergewöhnlichem Engagement geplant, organisiert und erfolgreich umgesetzt. Wie viele Stunden Arbeit, Gespräche und Überlegungen darin stecken, können vermutlich nur die wenigsten erahnen.
Doch Fine engagierte sich weit über ihre Aufgaben als Schülersprecherin hinaus. Sie gab Nachhilfe, unterstützte Mitschülerinnen und Mitschüler, hatte stets ein offenes Ohr und war immer dann zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde.
Besonders beeindruckend war dabei ihre Persönlichkeit. Fine begegnete anderen Menschen stets freundlich und offen. Sie war hilfsbereit, ehrlich und zuverlässig. Sie handelte überlegt und besonnen, zeigte Mut, wenn schwierige Entscheidungen anstanden, und bewies immer wieder ihre außergewöhnliche Kreativität. Gerade diese Mischung aus Herzlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Durchsetzungsvermögen machte sie zu einer Persönlichkeit, der viele Menschen gerne folgten und vertrauten.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür war ihr selbst geschriebenes Musical. Als Fine im vergangenen Schuljahr die Idee entwickelte und das Stück kurzerhand selbst schrieb, erhielt sie nicht nur Begeisterung und Applaus. Sie musste sich auch Kritik, Zweifel und Gegenwind stellen. Doch anstatt aufzugeben, blieb sie ihrem Traum treu. Mit Ausdauer, Mut und großer Leidenschaft arbeitete sie unbeirrt weiter. Dass dieses Musical nun bald im König-Albert-Theater uraufgeführt wird, ist mehr als verdient und zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn man an seine Ideen glaubt.
Mit dem Abitur endet für Fine zwar ihre Schulzeit, doch gleichzeitig beginnt ein neuer Weg. Sie wird Lehrerin – und das passt vermutlich zu kaum jemandem besser. Wer andere so motivieren, begleiten und begeistern kann wie sie, bringt alles mit, was eine gute Lehrkraft auszeichnet.
Ganz persönlich wünsche ich mir deshalb, dass Fine eines Tages als Kollegin an das Gymnasium Markneukirchen zurückkehrt. Unsere Schule würde nicht nur eine hervorragende Lehrerin gewinnen, sondern auch einen Menschen, der unsere Schulgemeinschaft mit seinen Werten bereichern würde.
Liebe Fine,
du hinterlässt Spuren – nein, eigentlich hinterlässt du große Fußabdrücke. Du hast gezeigt, wie viel eine einzelne Person bewegen kann, wenn sie Verantwortung übernimmt, zuhört, Ideen entwickelt und den Mut besitzt, neue Wege zu gehen.
Noch mehr aber hast du gezeigt, dass Engagement ansteckend sein kann.
Wir hoffen sehr, dass viele Schülerinnen und Schüler deinem Beispiel folgen. Nicht indem sie versuchen, dich zu kopieren – denn niemand muss eine zweite Fine werden –, sondern indem sie ihren eigenen Weg finden, Verantwortung übernehmen und unsere Schule mit ihren eigenen Ideen gestalten. Genau das würdest du dir vermutlich selbst wünschen.
Für deinen weiteren Weg wünschen wir dir von Herzen alles Gute, viel Erfolg im Studium und viele Menschen, die deinen Ideen ebenso vertrauen wie wir es getan haben.
Vielen Dank für alles, Fine. Unsere Schule war mit dir ein Stück besser.
Verfasst von Frau Busch
